Patchworkfamilie – Definition

War früher die Verwitwung eines Elternteils die Regel für den Beginn einer Stieffamilie so hat die moderne Patchworkfamilie meist eine Scheidung als Hintergrund. In Österreich sind bereits ca. 10 % der Familienverbände Patchworkfamilien, also Familien, in die Elternteile ihre Kinder aus früheren Ehen oder Partnerschaften in eine neue Beziehung bringen.

Patchworkfamilie – Probleme und Regeln

Stieffamilien stehen vor eine Reihe von Herausforderungen auf dem Weg zur neuen Familienidentität. Kinder wünschen sich meist ihr altes Familiensystem zurück und reagieren auf die Nichterfüllung dieses Wunsches mit Trauer oder Wut. Jedes Familienmitglied erlebt Veränderung auf seine spezielle Weise. Das Verhandeln über die unterschiedlichen Bedürfnisse und Aufstellen neuer familienspezifischer Regeln erfordert dann Geduld, Offenheit und Bereitschaft zur Kommunikation. Neue positive Erfahrungen ebnen dann den Weg zu einem harmonischeren Zusammenleben.

Phasen auf dem Weg zu einer Patchworkfamilie

Patchworkfamilien funktionieren dort am besten, wo das neue Elternpaar ein starkes Team bildet und Geborgenheit, Schutz und Führung bietet. Patricia Papernow beschreibt im Buch Schritt für Schritt (Hg. Hans Dusolt) den Weg zu einer neuen Familie. Jede Stieffamilie durchläuft einen Zyklus, dessen Phasen unterschiedlich lang verlaufen können.

Für die frühen Phasen brauchen „schnelle Familien“ ca. ein Jahr, durchschnittlich schnelle Familien 3 – 4 Jahre. Familien, die mehr als 5 Jahre in den frühen Phasen festsitzen, steuern meistens auf eine Trennung zu.

 

Frühe Phasen:

  1. Phase:
    Hohe Erwartungen – diese Phase ist geprägt von hohen Erwartungen, von einem genauen Bild, wie alles werden soll.
  2. Phase:
    Realitätsschock – in dieser Zeit treffen die Familienmitglieder auf eine Realität, die sich stark von den Erwartungen unterscheidet. Eine Flut von negativen Gefühlen und der Mangel an Unterstützung macht sich breit.
  3. Phase:
    Bewusstwerden – in dieser Phase wird man sich seiner negativen Gefühle bewusster, kann sie benennen und weiß wo sie herrühren.

Mittlere Phasen:

  1. Phase:
    Mobilisierung – Raum für Unterschiede – Stiefeltern treten vehement für ihre Bedürfnisse ein und setzen sich für neue Regeln ein.
  2. Phase:
    Handlung – Miteinander ins Geschäft kommen. In dieser Phase werden alte Familienstrukturen gelockert und neue Strukturen geschaffen.

Späte Phasen:

  1. Phase:
    Kontakt – Intimität in Stiefbeziehungen, offene Kommunikation tritt an Stelle von unbefriedigenden Gesprächen.
  2. Phase:
    Stabilität